Summinga bye bye!

„Am Ende ist alles gut und wenn es nicht gut, ist es noch nicht das Ende“ Auch so ein Postkartenspruch, der in Nalerigu in meinem Zimmer hing. Uns irgendwie hat der Spruch recht-am Ende ist alles gut, bleibt nur die Frage, warum man genau dann gehen muss… Wobei ich sagen muss, dass ich sehr froh bin, nicht gegangen zu sein, als nicht alles gut war. Das was ich in Ghana dieses eine Jahr erleben durfte war wirklich und ehrlich unbezahlbar!!
Am allerschönsten waren eigentlich die letzten Wochen, seit dem ich aus den Ferien zurück in Nalerigu war. Warum kann ich gar nicht sagen, es war einfach alles total super-zuhause, bei der Arbeit, im Feeding Center, überall.
Und wir haben es tatsächlich geschafft, das zu tun, was uns das ganze Jahr über sämtliche Hospitalfreiwilligen voraus hatten: Wir waren am Cliff in Nakpanduri! Das Cliff, an dem wir schon mehrfach an einer anderen Stelle waren, zieht sich nämlich weiter eben bis Nakpanduri. Und dort ist so DIE Stelle, die man gesehen haben muss, wenn man nach Nalerigu kommt. Die Aussicht von dort ist ähnlich genial, wie dort, wo wir sonst waren, man kann aber mehr herumklettern 😉 Das ist laut Trey der eindeutige Vorteil dieser Stelle. Er war aber gar nicht dabei, wir waren mit zwei Tschechischen Freiwilligen und dem Sohn des Hospital Gründers ( der erst als Kind und später als Arzt und mit eigenen Kindern in Nalerigu gelebt hat und gerade zu Besuch war), der das ganze auch Organisiert hatte Nach dem Motto:„wie ein Jahr in Nalerigu und ihr wart noch nicht in Nakpanduri?! Wir fahren-als kommt ihr mit!“ ,also kamen wir mit. Und auch wenn das andere Cliff auch schön ist, das hätten wir doch was verpasst!
Zuhause und im Feeding Center ging alles ganz normal weiter, die Zeit verging wie im Flug-und plötzlich war die letzte Woche da. Ich hatte es sämtlichen Menschen verboten, mir andauern vorzurechnen, wie lange ich noch in Ghana wäre, einfach um die Zeit zu genießen, die ich noch hatte anstatt darüber nachzudenken, wie kurz die nur noch ist. Hat auch ganz gut geklappt. Das mit dem die Zeit genießen und auch die Leute zum Schweigen zu bringen. Meine Ultimativdrohung „I’ll put you on roof top!“ konnte ich zwar nie in Tat umsetzen, eine Purewater dusche tuts zur Not aber auch 😉
Und auch so eine letzte Woche ist irgendwann vorbei-in unserem Fall aber nicht ohne sehr geniale „Feedingcenter-Pfannkuchen-Abschiedsparty“ 😉 an die 40 Kinder, knapp 100 Pfannkuchen, eine Menge Luftballons und laute Musik-ein bisschen Chaos war vorprogrammiert, aber alles in allem hat es ziemlich gut geklappt. Ich hatte am meisten Angst, dass wir Stromausfall bekommen würden, dann wäre die Party nämlich vorbei, aber die „Lightpeople“ haben sich an diesem Tag gnädig gezeigt. Die Musik hat ein Kumpel gespielt, der über seinen Onkel auch die Boxen für und ausgeliehen hatte-Ghanamusik versteht sich:) vor allem bei Klassikern wie „my women my everything“ oder „for ever and ever“ waren sie alle dabei, aber auch sonst wurde gut getanzt 😉 und Tanzen können die alle, von klein auf! (Wenn man sich anschaut, wie schon 6-jährige Tanzen, kann man eigentlich nur neidisch werden!) Sogar Mary und Joseph haben wir zum Tanzen gebracht und den Pastor so Tanzen zu sehen, fanden die Kids besonders witzig.
Nur die großen haben sich ein bisschen geweigert, aus einfachem Grund, wie mir die Mädels am nächsten Tag erklärt haben: Der Kumpel von uns, der die Musik hat laufen lassen war ihr Lehrer und dann war es ihnen peinlich-auch ihr Eumels 😉 aber ich hab das Versprechen, wenn ich wieder nach Nalerigu komme tanzen sie. Und Achtung Falila, Janet, Mattew, Gabson, Abel, nehmt euch in acht-ich vergess so was nicht 😉
Zum Glück wussten ich schon, dass ich alle Kinder am nächsten Tag bei der Schulverabschiedung nocheinmal sehen würde-der Abschied an diesem Tag war aufgrund schnell aufziehender Wolken recht überstürzt. Als wir am nächsten Tag dann im Regen Standen war ich aber verdammt froh, dass wir die Party nicht wie ursprünglich gedacht Freitags gemacht hatten. Den Tag hatte sich nämlich Madame Vic für an der Schule rreserviert. Sie selbst konnte leider nicht dabei sein, aber dafür waren der Headmaster, Joseph, alle Lehrer und eben unsere Kids da. Es gab Jollof Reis zu Essen, wurde geredet und die ganze Zeit saßen die Kids da als könnten sie keiner Fliege etwas zu leide tu-was so ein versammeltes Lehrerkollegium nicht alles bewirken kann 😉 und zum krönenden Abschluss noch einen Platzregen…
Als Dankeschön für unsere Arbeit haben wir von der Schule beide ein Ghana-Outfit bekommen und ich weiß nicht, ob es Zufall war, oder jemand an der Schule sehr genial ist, aber meins ist blau 🙂 (ich mein, klar hatte ich immer blaue Sachen an, wenn ich in der Schule war, ich hab ja quasi nichts anderes, hat mich aber trotzdem sehr gefreut) Auch Joseph und seine Familie hatten uns am Tag zuvor Kleider geschenkt-als Dankeschön für unsere Arbeit und damit wir sie und Nalerigu und Ghana nicht vergessen. In solchen Situationen muss ich immer fast lachen. Zum einen weil ich die Leute, Nalerigu und Ghana im Leben nicht vergessen werde (absolut ausgeschlossen und unmöglich) und zum anderen, weil eigentlich ich diejenige bin, die sich bedanken muss! Bei Baby, Bernice, Kate undEphraim, bei William und Heidi, bei Joseph, Mary und ihren Kindern, bei Madame Vic, dem Headmaster und allen in der Schule, bei den Kids im Feeding Center und all den anderen Leuten in Nalerigu und überall, die ihren Anteil daran haben, dass dieses Jahr so genial wurde wie es war!!
Klar, ein Jahr hat so seine Länge und es war auch nicht immer einfach für mich, aber als ich an diesem Abend heim kam, konnte ich trotzdem nicht glauben, dass ich mich am nächsten morgen auf den Rückweg nach Deutschland machen würde. Baby und ich sind uns auch einig, dass die „time people“ mit den „Water people“ und den „Light people“ in einem Haus sitzen. Und die sind alle (Zitat Baby) „Very bad“, machen andauernd Stromausfall, dafür die Leitungen nicht auf und lassen die Zeit viel zu schnell vergehen…Und gegen alle ist man machtlos-Summinga Bye bye.
Und auch wenn ich den festen Plan habe so schnell wie möglich wieder nach Ghana zu fahren war dieser Abschied nicht einfach. Zum einen weil ich nicht weiß wann „so schnell wie möglich“ ist, zum anderen weil es auch nicht einfach sein wird Kontakt zu halten. Zumindest nicht mit meinen Freundinnen, die alle kein Handy haben und zudem noch auf Internaten, in denen die sowieso verboten wären. Die kann ich wirklich nur in den Ferien erreichen. Da habe ich es mit Baby und Kumpels wie James dank Whatsapp schon leichter…
Es gab viele Pläne, wie man mich in Ghana behalten könnte: Ich würde aufs Dach gesetzt, festgebunden, das Trotro mit einem „Catapult“ abgeschossen, damit es nicht mehr fahren kann (ein „Catapult“ ist eine Steinschleuder…) und der Pilot verhauen. Alternativ dazu könnte man auch einfach Steffi anrufen und der mal die Meinung sagen („you make madame Fili to go home!“) oder mich einfach heiraten. Die letzte Idee kam von Jennifer, nachdem ich ihr die Sache mit dem Visum erklärt habe. Sie hat mich dann auch konsequent ihre „wife“ genannt 😉
Aber so gut diese Pläne auch waren, am Ende bin ich doch wieder in Deutschland angekommen. Auf dieser letzten Fahrt hätte zwar auch einiges schiefgehen können, aber zu meinem sehr sehr großen Glück kenne ich Leute wie Baby, die alles stehen und liegen lassen und mir die vergessene Kreditkarte auf dem Motorrad vorbeibringen oder Susanne und Vincent, die einen auch mitten in der Nacht fröhlich begrüßen, weil der Bus halt doch nicht erst um halb sechs ankommt. Außerdem gibt es in Accra Taxifahrer die einen wiedererkennen und seine Schuhe zurückgeben und Leute im Flugzeug, die Decken verteilen, damit m,an nicht ganz erfrieren muss…und in Brüssel hatten wir einfach Glück, dass wir den Flug noch bekommen haben. Ich weiß wirklich nicht, wie Jakob und ich es geschafft haben unsere Handyuhren beide gleichfalsch einzustellen….egal-hat ja geklappt und ich bin wieder in Tübingen.
Und weil das so ist, ist das hier auch mein letzter Blogeintrag. Feli ist jetzt erstmal nicht mehr in Ghana, das Jahr in Nalerigu ist vorbei. Ich habe in dieser Zeit schon einiges Geschrieben aber noch viel mehr zu Erzählen. Auch wenn das, wie ich schon feststellen musste (und mir ja auch gedacht hatte ) nicht so einfach ist. Ghana ist dann doch anders als Deutschland und vieles was ich so selbstverständlich erzähle wird erstmal nicht verstanden. Und so ganz begreifen kann man es dann vllt wirklich erst wenn man selber nach Ghana geht-kann ich nur Empfehlen!! 🙂

 

Ein paar Verrücktheiten ;)

So bevor ich hier anfange groß was zu schreiben muss ich eins klarstellen: Verrückt ist in dem folgenden Text (und eigentlich immer und überhaupt) ein definitiv positives Wort!!
Wie oft in meinem Leben ich schon für vollkommen verrückt gehalten wurde lässt sich wohl eher nicht an zwei Händen abzählen. Unter Regenschirmen auf Balkonen sitzen, singen bis die Nachbarn sich beschweren, nachts in Tübingen auf Eseln reiten und Klosterpartys crashen sind nur ein paar Beispiele 😉 Und auch wenn diese ganzen Verrücktheiten (und die Leute mit denen diese begangen wurden) so das waren, was ich hier in Nalerigu wohl am meisten vermisst habe, habe ich hier neue Verbündete für Verrücktheiten aller Art gefunden 🙂
Kloster gibt es zwar keine in Nalerigu, aber wenn das so wäre, müsste man die Partys dort bestimmt nicht crashen! Schon die Stimmung Sonntags im Gottesdienst ist 100 Mal besser-und man muss die Leute nicht zum Tanzen zwingen, das machen sie von allein 😉 Letzten Sonntag war es besonders lustig: Wir kommen in die Kirche rein und konnten fast nicht glauben, wer da stand und gesungen hat. Es war der zweitjüngste Sohn von Joseph der über die Ferien hier ist, aber wir wussten nicht, dass er auch singt. Ich bin dann erstmal vor und hab ihm einen Cedi auf die Stirn geklebt (das macht man, wenn einem etwas gut gefällt) und wir waren nicht die einzigen, denen das gefallen hat. Nach kurzer Zeit hatte sich eine ganze Gruppe zum Tanzen vorne versammelt und das Bild von diesem vielleicht 17/18 jährigen, wie er in der Kirche steht und grinst und singt, während an die 20 Frauen um ihn herum tanzen, bringt mich immer noch zum lachen, wenn ich daran denke. Getanzt wird in der Kirche bei Joseph eh immer, zum Teil einfach am Platz, oder man geht eben nach vorne-und wenn dann die Summingas vorne Tanzen ist die die Freude natürlich auch groß („he you know how to dance, paa“).
Wo wir auch immer tanzen, ist bei der Küchenmary. Sie und vor allem auch ihre beiden Töchter Sarah und Lydia waren Jakob und ich schon ein paar mal Samstags besuchen.
Wenn jemand in Deutschland einfach so mitten am Tag auf der Straße anfangen würde zu Tanzen, würde er/sie wahrscheinlich schon verrückt gehalten werden, bei 40 Grad im Schatten erst recht!! Hier dauert es nie lange bis die Nachbarskinder angelaufen kommen und Ghanaische Frauen lassen sich definitiv leichter zum Tanzen überreden als Rumänen 😉 selbst wenn sie noch etwas auf dem Kopf tragen und oder ein Baby auf dem Rücken haben! Vor allem Sarah „knows how to dance“ und eine Frau, die bei ihnen im Haus wohnt. Lydia hatte sich anfangs noch geweigert, weshalb ich mit ihr immer „fighten“ musste, aber letztes Mal ist mir eingefallen, dass ich ghanaische Gospellieder auf meinem Handy habe und-Tada plötzlich konnte sie tanzen, von wegen „I don’t know how to dance, you are dancing tooo much!“. Diese Tanzationen waren schon immer ziemlich cool, machen nur ziemlich fertig…und dann muss man noch zurück durch die ganze Stadt nach Hause fahren-aber trotzdem, das ist es allemal wert 😉
Absolut verrückt sind auch die kleinen Mädels vom Feeding Center, wenn es um folgendes geht: an der Außenwand von Josephs Haus ist (wie bei allen Häusern dieser Art) an der Spül/Waschecke ein Loch, durch das das Wasser abfließt. Dieses Wasser staut sich dann draußen im Sand. Dieser Bereich wird nie nie nicht berührt!! Manchmal fällt der Fußball hinein, dann wir er mit Stöcken herausgefischt, abgewaschen, durch den Sand geschoben und ein paar mal mit vollen Kanne gegen die Wand geschossen, bevor weiter gespielt wird. Und ich weiß nicht, wie das ganze angefangen hat, aber seid einiger Zeit ist „Madame Fili-do me!!“ die Aufforderung an mich, eins der Mädels zu schnappen und so zu tun, als ob ich sie in dieses „Wasser“ werfen würde. Dabei werde sie meist noch von mir und den anderen Mädels gekitzelt und tendenziell gilt je näher ans Wasser dran desto besser-ein ziemliches Gekreische 😉 und ich muss höllisch aufpassen! Weil wenn mir da echt mal eins der Kinder reinfällt, dann ist Schluss mit lustig, so viel ist sicher. Und ganz leicht sind 10 jährige dann doch nicht und vor allem nicht leicht zu halten, wenn sie zappeln!
…oder ich bin einfach zu schwach 😉 Im Vergleich zu den Jungs hier auf jeden Fall. Man sieht es ihnen zwar nicht unbedingt an, aber die haben alle eine unglaubliche Kraft! Und finden es meist sehr witzig, der „Madame Fil“i die Hand zu zerquetschen. Mittlerweile weiß ich recht genau mit wem ich mich noch anlegen kann und vor wem ich lieber wegrennen sollte 😉 Wenn mir ein Abel oder ein Gabson mitteilt wir wären „on fight“ bin ich definitv in „big trouble“ 😉 Aber schwach, das sind Weiße laut Janet eh im Allgemeinen 🙂 vor allem unsere Haut. Neulich hatte ich es geschafft mir am Wellblech den Finger zu schneiden, da hat sie mich nur Kopfschüttelnd angeschaut-also ihr wäre das nicht passiert. Und wir können auch keine (glühenden!) Kohlen anfassen, heiße Topfdecken hochheben oder Sachen im Ofen mit bloßen Händen verschieben (Babys Spezialität).
Da habe ich schon Glück, dass Ephraim noch so klein ist-der hat uns nämlich irgendwann eröffnet, er sei für die „Lightsoff“ verantwortlich und seither wir er bei jedem „Lighsoff“ durchgekitzelt, bis er verspricht, den Strom wieder zurückzubringen 🙂 Und manchmal kommt er auch, wenn er sonst nichts zu tun hat, grinst mich schelmisch an, meint „I will off the light!“ und rennt schreiend weg.
Wer auch auf seine eigene Art total witzig/verrrückt ist, ist Joseph: er redet dann „nonsens“, nennt Gabson „Gamson“ und begrüßt uns nachmittags wenn wir kommen mit „Good morning“ 🙂
Und das natürlich erste, was mir im Zusammenhang von William und Verrückt einfällt ist natürlich „Mad Max“-der ehrlich wirklich allerallerbeste Film der ganzen Welt 😉 (nein ich bin nicht sarkastisch, das ist mein deutscher Akzent…) Der Plan, jeden Sonntag Mad Max zu schauen, ist zwar gescheitert, aber immerhin zweimal hab ich den Film jetzt gesehen 😉 absolut sehenswert!! die ganzen Explosionen und special Effects-und der Typ mit der feuerspeienden Gitarre 🙂 🙂
hmm…jaaa wenn ich eine Ehrliche Film Empfehlung machen soll dann würde ich doch eher „the good lie“ Vorschlagen. Der ist jetzt Ehrlich sehenswert. Weniger Action, keine feuerspeienden Gitarren aber dafür eine deutlich bessere Geschichte.
Aber zurück zu den Verrücktheiten. Bernice war die letzte Woche nocheinmal da, was total schön war. Ich dachte nämlich, ich würde sie nicht mehr sehen können. Und die hat sich echt verändert, seit dem wir in Ghana sind-ist so eine Nudel geworden 😉 (ich hoff ihr könnt was mit der Beschreibung anfangen) Sie hat uns die besten Geschichten aus dem Schulalltag erzählt, wie sie einmal eine Stunde rennen mussten („we were running-haaaaa-and arrive the school and then they told us to run again but I was sitting down and I told them I would not run again! Next time I will refuse to run“) oder, dass sie immer (IMMER) mit Messer und Gabel essen müssen, egal was es gibt. Als wir dann einmal TZ zum Essen hatten, habe ich ihr auch Messer und Gabel hingelegt 😉 und TZ ist nach Fufu wohl das unsinnigste, was man mit Messer und Gabel essen kann 🙂
Es war auch super nochmal jemand zum schwätzen und diskutieren zu haben, das geht mit ihr dann doch besser als mit Kate. Und mit Bernice kann ich mich auch ganz gut durch ein Augenverdrehen oder Ähnliches Verständigen, gell 😉
Und zu dem Bild muss ich wohl nicht viel sagen-JA ich habe bei über 40 Grad im Schatten angefangen Wollsocken zu stricken. Hat Spaß gemacht 🙂

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Deutschland oder Ghana?

„So what is different in Germany from Ghana?“ werd ich manchmal gefagt. Hmm anders…?? Alles was in Deutschland so passiert und ist und vor allem Wie es passiert war bisher „normal“, aber nach fast einem Jahr Ghana ist auch eigentlich alles, was hier so passiert ganz „normal“ für mich geworden. Deutschland und Ghana beides „normal“ sprich beides gleich?! Oder?! Oder nicht?!-oder nicht…
Es gibt da doch ein paar kleine aber feine Unterschiede-Und je normaler alles in Ghana für mich wird (bzw geworden ist), desto unnormaler/verwirrender/komischer finde ich Sachen in Deutschland!
Mein Paradebeispiel: Das Herumreisen. Zurück in Deutschland, wo es keine Trotros mehr gibt (war meiner Meinung nach eine Schnade ist;) ), muss ich wohl oder über wieder Zug fahren. Aber auch das ist für mich mit meinem „Ghana-denken“ gar kein Problem. Aus Tamale wird Stuttgart und dann fahr ich halt anstatt wie hier nach Tamale eben nach Stuttgart und schau von da aus wie es weiter geht…jaaa…das würde zwar tendenziell auch so funktionieren aber abgesehen davon, dass man in Deutschland meist zu einer bestimmten Zeit irgendwo sein soll (und nicht „halt irgendwann morgen“ ankommt, was in Ghana eine völlig zufriedenstellende Zeitangabe ist), müsste man bei den Bahnpreisen fast schon Millionär sein, um sich das leisten zu können! (Und wenn ich Millionär wäre, würde ich nicht Zug fahren 🙂 ) Aber zum Glück gibt es in Deutschland nette Menschen, die dieses System verstehen und sich auskennen mit Sparpeisen und was es sonst noch gibt. Ich kann also heute schon festlegen, dass ich am soundsovielten mit jenem Zug um genau diese Uhrzeit-schön oder?? Nee! Völlig absurd!! zumindest von Nalerigu aus gesehen. Bisdahin kann doch noch sonst was passieren und ich hab meine Pläne dreimal geändert! Es hat ein bisschen Zeit gekostet, bis ich mich an die ghanaische Art zu Reisen gewöhnt hatte und wie es auusieht wird es andersherum genau so.
Über das Leben in Deutschland fragen mir vor allem die Feeding Center Kinder gerne ein Loch in den Bauch. Spezialistinnen dafür sind Jennifer und Janet. „Madame Fili, let’s go out and sit and talk“ heiß’s dann und los geht’s: Ob denn die Leute auch zur Farm gehen würden in Deutschland, wie das wäre mit dem Einkaufen, gibt’s denn auch einen Markt wie in Nalerigu, und du kannst doch jetzt Ghana Sachen kochen, dann mach doch einfach einen Stand auf dem Markt und verkauf Ghanafood, wie sind die Häuser gebaut, wie das baut man nicht selber?! Und und und. „And if I’m going to stay there, I’ll also become white or not?!“ Na schau mal ich bin schon ne halbe Ewigkeit in Nalerigu-bin ich schwarz geworden? „No you are turning orange“ ähm Danke…aber du kannst so lange wie du willst in Deutschland bleiben du wirst genauso wenig weiß, wie ich schwarz in Ghana werde. Fanden sie beide Schade 😉
Aber die Antworten auf ihre anderen Fragen zeigen mir, dass Deutschland halt doch irgendwie anders ist-fast schon eine andere Welt. Weil schon meine Antworten auf scheinbar banale Fragen erstaunen sie zum Teil (da bin ich mir aber recht sicher, dass es zurück in Deutschland nicht anders wird) und von Dingen wie U-Bahnen, Rolltreppen und Aufzügen war noch gar nicht die Rede.
Die wohl kniffeligste Frage allerdings ist, wie sich denn Schnee anfühlt. Kalt-das ist klar. Aber Schnee ist nicht zu vergleichen mit den Ice-Blocs die hier verkauft werden. Ich bin irgendwann auf „wie weicher Sand-nur nass und kalt“ gekommen. Was besseres ist mir bisher nicht eingefallen-aber es auch verdammt schwer, in Ghana etwas schneeähnliches zu finden!!
Der Winter bzw das deutsche Wetter generell eignet sich eigentlich immer gut, um Leute zu schockieren 😉 Wenn ich erzähle, dass das Wetter wenn es hier kalt ist und die Leute morgens mit dicken Jacken herumlaufen, in Deutschland als Hochsommer durchgehen würde, bekommen sie reihenweis edas Gruseln 🙂 erst vorgestern haben wir eine Frau getroffen die über ein Programm für drei Wochen in Norwegen war. Es sei ja schön gewesen-aber das Wetter…die Leute hätten gemeint es sei Sommer, aber sie hätte gefroren trotz Jacke und Schals! Tja 30 Grad in Deutschland sind halt nicht „angenehm“ sonder „viel-zu-heiß-um-irgendwas-zu-zun“. Dafür friert bei 20 Grad keiner…
James hat neulich verkündet, wenn er dann mal nach Deutschland kommt, würde er sich seine Haare nicht mehr schneiden. Aha kann man schon machen…aber warum?! Naja sonst sei es doch viel zu kalt oder? Wir haben ihm eine Mütze versprochen-wenn er wirklich kommt 😉
Und eins stimmt nicht ganz: es gibt eine gewisse Frage, die noch viel schwerer zu beantworten ist, als die mit dem Schnee. „What do you like more-Germany or Ghana?“ Das zu beantworten ist wohl 100000 Mal schwerer! Und ich glaube, zumindest für mich, gibt es auch keine eindeutige Antwort. Gerade, weil es beides doch so verschieden ist, kann man es (also ich) nur schwer vergleichen. Manches ist in Ghana besser manches in Deutschland.
Zum einen will ich hier gar nicht mehr weg, zum anderen freue ich mich natürlich troztdem auf Deutschland!
Aber genau so wie ich es immer wieder geschafft habe, quasi ein Stück Deutschland nach Ghana zu holen, werde ich auch ein Stück Ghana mit zurück nehmen! Hier ging das durch Plätzchenbacken, Käse (auch wenn der zugegebener Weise aus Belgien kam-aber trotzdem) und Schupfnudeln-aus Yams statt Kartoffeln. Hat ganz gut geklappt und wir hatten sogar Sauerkraut aus Burkina Faso 🙂 🙂
Und zurück in Deutschland werd ich auch schön ghanaisch Kochen!! Die wichtigsten Rezepte habe ich alle schon aufgeschrieben, dass ich auch ja nichts vergesse. Wobei meine Ghana Rezepte so wohl auch nicht in Deutschen Kochbüchern zu finden wären. Meistens kocht man eben nach Gefühl, so wie man es von seiner Mutter/Tante/Schwester gelernt hat. Selber mitkochen ist sowieso der beste weg um sich Rezepte zu merken-vor ein paar Wochen war ich den Samstag über bei Janet und habe Guabba (so eine Art Knödel aus gemahlenen Bohnen) kochen gelernt. Das kann ich jetzt 😉 Und vieles geht auch recht Problemlos, ein paar „Ghanaküchengeräte“ habe ich letztens unter der Aufsicht von zwei der großen Feeding Center Mädels auf dem Markt gekauft, überlebenswichtige Zutaten bekomme ich noch über Babys Mutter. Und es soll wohl sogar Fufu-Pulver in Deutschland zu finden geben, man muss nur lange genug suchen. Ich werds also schon irgendwie aushalten in diesem kalten, Trotrolosen Land 😉
Tja was nun-Deutschland oder Ghana? Schnick schnack schnuck?! Eignetlich einfach Beides!!

Vom Shoppen und Schneidern

Einkaufen gehen in Nalerigu (bzw. fast überall in Ghana) unterscheidet sich doch ziemlich von den in Deutschland. Die Anzahl der Supermärkte ist recht klein, in unserem Fall ist der nächste in Tamale, eingekauft wird in kleinen Stores wie dem von Baby und/oder auf dem Markt. Oder von Frauen, die das was man kaufen will gerade auf dem Kopf vorbei tragen 😉
In den Stores gib es meist so alle Möglichen mehr oder weniger zusammenpassenden Dinge mit Fixpreis, der aber eigentlich bei allen Stores gleich ist (Es gibt irgendwie einen Haufen Läden, die alle das gleiche verkaufen…) Auf dem Markt gibt es von Obst, Gemüse und anderen Zutaten über Kleider bis hin zu Steinschleudern und Schaufeln auch so ziemlich alles-hier muss man aber Handeln.
Gehandelt wird generell gerne: eben auf dem Markt, man kann aber auch bei Fixpreisen nochmal nachfragen, bei Taxifahrten sowieso (wenn man da nicht handelt wird man arm) und auch als ich mir das letzte Mal die Haare hab machen lassen, hieß es danach „Wie-fünf Cedi hast du gezahlt?! Nee das ist doch viel zu viel, mehr als drei hättest du nicht zahlen dürfen!“ war mir neu das man auch beim Hairdresser handelt und dafür, dass die mir gut zwei Stunden die Haare gelochten hat, fand ich fünf Cedi auch voll Ok.
Generell ist es gut zu wissen, was die Ghanaer ungefähr für das zahlen was man kaufen will das man weiß, ob man gerade wirklich einen total unrealistischen Preis fordert, oder ob die Verkäuferin nur eine Show abzieht 😉 das machen die meisten gerne und finden es super wenn man das selbst auch macht. Am Anfang fand ich dieses Gehandele eher verwirrend, mittlerweile finde ich es aber ziemlich witzig-man braucht halt glaub ich ein bisschen um sich daran zu gewöhnen. Als ich einmal unterwegs war, hatte ich meine Kopfhörer vergessen und mir spontan an der Station neue gekauft. Mir war klar, dass ich nicht mehr als fünf Cedi zahlen würde, der Verkäufer wollte zehn-ich meinte ich gebe ihm drei. Am Ende hab ich dann wie gewollt fünf gezahlt, aber ich glaube in den ersten Wochen wäre mir das schwer gefallen, den Preis erst einmal um zwei drittel zu reduzieren.
Manchmal bekomme ich aber auch Sachen zum „Summingapreis“, wie wir ihn nennen, also dem Weißenpreis angeboten. Da hilft er dann wirklich den „echten“ Preis zu kennen. Neulich hab ich mir eine Mango gekauft (Es gib wieder überall Mangos :)) und die Frau wollte zwei Cedi. Ganz ehrlich: Ich glaube wenn ich ein mehr oder weniger ahnungsloser Summinga wäre und nur für kurz in Ghana hätte ich die zwei Cedi sofort gezahlt und mich über meine billige Mango (umgerechnet knapp 50cent) gefreut. So hab ich nur gelacht und gemeint ich würde wie immer einen Cedi für die Mango zahlen-so war’s dann auch.
Was Klamotten angeht hat man in Ghana eigentlich immer zwei Möglichkeiten, es sei denn man wohn in der Großstadt und es gibt eine Mall: entweder man kauft fertige Sachen, also Altkleider auf dem Markt, oder Stoff und lässt sich etwas Schneidern. Bei den Altkleidern muss man wie beim Flohmarkt mehr oder weniger auf gut Glück kaufen (wird schon passen…) aber ich habe schon richtige Schätze gefunden-der allerbeste war ein Desigualrock in Ouagadougou. Für umgerechnet 1.50 Euro, das war ein schöner Tag für mich als ich den gefunden habe! Den Rock habe ich auch ganz unten in meinem Schrank verstaut und extra nie an, damit er nicht das gleiche Schicksal erleidet wie sämtliche T-shirts und Sachen die ich aus Deutschland dabei hatte: ausbleichen und verstauben. Fällt einem eigentlich kaum auf, außer man entdeckt bei seinen abgeschnittenen Festival T-shirts die Originalfarbe an den eingerollten Ärmelsäumen…
Aber ansonsten bin ich ein total großer Fan von den ghanaischen Stoffen, die es im ganzen Land zu kaufen gibt. Und Schneidern lassen heißt in meinem Fall selber Nähen 🙂 Ich habe tatsächlich nur ein Kleid was ich nicht selbst genäht habe, dann habe ich Joyce kennen gelernt. Sie hat einen Store ganz bei uns in der Nähe, verkauf auch Stoffe und hat mir seither beim Zuschneiden und Nähen geholfen. Am Anfang habe ich zwar nur mehr oder weniger gar nichts verstanden von dem was sie da tat, das hat sich inzwischen aber geändert. Joyce arbeitet nämlich (natürlich, wie sie sagt) ohne Schnittmuster. Sie misst ab, faltet den Stoff und fängt an zu schneiden.
Als wir noch Samstags gearbeitet haben, war ich Montag nachmittags bei ihr, seit dem wir das getauscht haben habe ich meist Samstags mit Babys Nähmaschine zuhause genäht. Und auch wenn ich in letzter Zeit kaum noch zum Nähen gekommen bin (es ist zu viel andres los…), komme ich auf jeden Fall mit einer Menge Ghanaischer Klamotten zurück. 🙂 🙂
Und hoffentlich auch noch einer Ladung Stoff!! Meine „Stoffbunker“, der vor allem nach Centralmarket besuchen in Kumasi recht gut gefüllt war, ist zwar momentan fast leer, aber ich habe den Plan früh mit Packen anzufangen und dann alles was an Platz und Gewicht noch frei ist mit Stoffen aufzufüllen-nochmal großes Stoffshopping am Ende 😉

„Weißt du noch…?“

Jetzt bin ich ja echt schon lang in Ghana bzw. Nalerigu und über ziemlich viel, was so um mich rum passiert wunder ich mich schon gar nicht mehr-ist doch alles ganz normal, oder?! Der letzte Juli, als ich hier angekommen bin ,liegt irgendwie total weit zurück, aber manchmal fallen mir wieder Sachen von ganz am Anfang ein oder Situationen, die ich damals komisch fand oder in denen ich mich (aus jetziger Sicht) total komisch verhalten habe 😉
Zum Beispiel weiß ich noch ganz genau dass wir damals aus dem Flughafen raus sind, zu Susanne ins Auto-und das erste Leid, das ich im ghanaischen Radio gehört habe war „Let it go“. Keine Ahnung, warum ich das noch so genau weiß… Der Film lief hier sogar einmal im Fernsehen.
In Accra wurden wir dann einmal zum Fufuessen eingeladen in einer Chopbar. Der Fufu wurde gebracht, ganz normal in Schüsseln halt, aber wir müssen irgendwie schon komisch geschaut haben (nach dem Motto „Ja gut…und was ist mit Besteck?!) weil die Bedienung ziemlich angefangen hat zu lachen 😉
Nachdem wir dann in Tamale gelandet sind wurden wir von James mit dem Taxi abgeholt. Wir haben da erstmal nach Anschnallgurten gesucht. Hmm ja das mache ich jetzt auch nicht mehr…es gibt den wenigste Taxis Gurte und wenn dann nur vorne-und eigentlich ist man beim Taxifahren eh so eingequetscht, dass man da keinen Gurt dazwischen bekommen würde. Und ich hatte Sorge um meine Koffer, weil der Kofferraum nicht zuging. Die Sorge um die Koffer wurde kurz darauf noch viel größer, als wir sie auf James Anweisung nach meinem Gefühl irgendwo auf dem Busbahnhof stehen lasen haben und in die Stadt gelaufen sind. Ich fand das damals echt Schrecklich und hab so für mich gedacht „der Kerl ist doch verrückt! Diese zwei Koffer sind alles was ich grad besitze da ist alles drin-ALLES. Und wenn die nachher nicht mehr da sind dann…dann fahr ich gleich wieder zurück!!“ Die Koffer waren natürlich noch da und ich konnte Glücklicherweise in Ghana bleiben 😉 da hätte ich sonst schön was verpasst!! An diese Koffergeschichte erinnert sich aber auch James noch-er macht sich immer manchmal immer noch über mich lustig. Berechtigter Weise wie ich jetzt sagen würde. Weil hier in Nalerigu kann man sogar ein Fahrrad unangeschlossen am Markt stehen lassen und es ist später noch da. Versucht das nicht, in Tübingen nachzumachen. Es wird schiefgehen-glaubt mir!
Das warten auf den Bus war dann auch echt ne Herausforderung. Irgendwann waren wir uns fast sicher, dass der Bus schon war und wir ihn alle verpasst haben, oder noch schlimmer-James ohne uns loswäre. Die hatten ja schließlich gesagt, der Bus käme um 12.00. Geeenau 🙂 Jetzt setzte ich mich halt in das Trotro und warte bis es losfährt. („wie was es geht schon los-ich sitz hier doch erst ne gute Stunde!“) Im Nachhinein gesehen haben wir uns da schon ziemlich witzig verhalten!!
In Nalerigu wurde unser Gepäck mit einem Motoking zu uns nach Hause gebracht, wir mit Jeremiah (einem anderen Pastor Sohn) mit dem Motorrad. Und wir Eumels überlegen noch wer zuerst fährt und wer noch wartet. Völliger Quark-wir sind natürlich gleichzeitig gefahren. Auf ein Motorrad in Ghana passen locker drei Personen….Oder auch eine ganze Familie: Der Vater fährt. Vorne sitzt/liegt das kleinere Kind, das größere sitzt hinter ihm. Danach kommt die Mutter mit dem Baby auf dem Rücken. Und Motorrdfahren kann hier auch jeder. Bernice, die größeren Kids im Feedingcenter, neuerdings auch Kate (und ja-sie ist 14 das stimmt…) und ich natürlich auch 🙂 „Ist ja ganz einfach und kein Problem-wenn du Fahrradfahren kannst geht das auf dem Motorrad auch“ naja ganz so einfach ist’s dann doch nicht aber macht total Spaß ;)!!! wobei ich nicht wirklich viel fahre-Nalerigu ist halt doch nicht so groß und man kommt doch überall mit dem Fahrrad gut hin.
Und als wir dann völlig kaputt zuhause ankamen gab es Pizza zu essen. Daran kann sich zwar sonst keiner mehr erinnern aber das weiß ich noch zu 100%.
Diese und noch ein paar andere Erinnerungsfetzen fallen mir, oder Jakob immer mal wieder ein-und wir mussten schon recht häufig im Nachhinein über uns selber lachen 🙂 😉
Aber es gibt in Nalerigu auch immer wieder Situationen, die bei mir total die (mehr oder weniger Kindheits)-Erinnerungen hervorrufen: So singen wir zum Beispiel in Haus six manchmal ein Lied, was auf unserer Norddeutschland-Gospelchorfahrt unser Einlaufflied war (große frage, wer sich das wohl immer wünscht)
Als ich neulich im Feedingcenter, als sonst nichts groß los war, mit Ajara neben der Kirche ein bisschen herumgekickt habe (Ajadra ist so das Fußballmädel-die trägt immer Adidas shorts unter dem Rock-und den hat sie nie lang an) und wir andauernd von Motorrädern gestört wurden, musste ich daran denken, wie wir früher hinterm Haus zur Feierabendzeit das gleiche Problem hatten. Auch wenn es damals Autos waren, die uns unterbrochen haben.
Und Trey hat uns vor ein paar Wochen stolz sein „ganz neues“ Computerspiel vorgestellt-Lego Star Wars 😉 Tja Trey von wegen ganz neu-ich hab das schon gespielt da warst du noch nicht mal auf der Welt 😉 Jetzt heißt’s Sonntag Abebends immer erst Lego Star Wars spielen bis Trey ins Bett muss. Und er freut sich imer total, wenn nicht nur Jakob sondern auch ich mit ihm spiele…zumindest so lang, bis ich mal wieder einen falschen Knopf drücke und ihn aus Versehen erschieße 😉

Kuchen über Kuchen

Dass Baby eine super Köchin ist, habe ich sicher schon oft erzählt. Und auch von ihren naleriguweit bekannten Pizzen, Muffins, Meatpie und Hamburgern habe ich geschrieben. Es gibt aber noch etwas, für das Baby bis weit über die Grenzen von Nalerigu bekannt macht: Geburtstags- und Hochzeitskuchen!
Genau wie bei der Pizza kann man sie anrufen, einen Kuchen bestellen und sie backt ihn. (und genau wie bei der Pizza riecht es im ganzen Haus danach, man bekommt so richtig Lust diesen Kuchen zu essen-und dann wird er eingepackt und genau wie bei der Pizza losgeschickt) Aber Baby backt die Kuchen nicht nur, sie verziert sie auch. Und das ist der eigentlich schwere Teil des ganzen. Auch wenn schon beim Backen das eine oder andere schiefgehen kann… (ich spreche aus Erfahrung) Man muss nämlich wissen: Baby macht keine halben Sachen. Und bei den Kuchen schon gar nicht. Es kann sein der Kuchen ist nicht gut und wird nocheinmal gebacken, man sitzt eeewig über dem Zuckerguss und die Schrift wird noch 100 Mal neu ausprobiert-aber das Ergebnis ist dafür immer ziemlich Perfekt! (Baby sagt dann immer „I think is OK“ und man denkt nur „Hallo?! Das ist wohl mehr als nur OK, das ist der Hammer!!)
Meine „Kuchen-Karriere“ hat Mitte August mit Trey’s Geburtstagskuchen angefangen-Da durfte ich die Schrift machen. Und weil Baby der Meinung war, dass meine Schrift schöner ist als ihre, wurde ich immer wieder zum verzieren gerufen, durfte mit der Zeit immer mehr mithelfen und habe mittlerweile alle möglichen Kuchen zu allen möglichen (und unmöglichen) Tages und Nachtzeiten mitverziert. Das geht dann von Tagen an denen ich aufstehe und zusammen mit Baby nichts anderes tue als einen Hochzeitskuchen zu verzieren, bis wir irgendwann merken, wie spät es ist und dass wir eigentlich Hunger haben, über Zettel auf dem Küchentisch mit einem Name und der bitte den Kuchen noch fertig zu manchen und zu Store zu bringen, bis zu Abends von Haus six zurück zu kommen und zu merken-oooh stimmt da war noch was…egal Schlaf wird überbewertet, lass uns Kuchen verzieren 😉
Und mit der Zeit wurde nicht nur ich besser was das verzierten angeht, das sieht bei Baby aus als wäre es total einfach (was es ihrer Meinung auch ist) aber der Schein trügt, die „Kuchenverzierausstattung“ wurde auch immer besser 🙂 Jedes Mal wenn Besuch aus Deutschland kam hatten wir davor irgendwas zum mitschicken besorgen lassen und ich weiß auch schon nach was ich suchen muss, wenn ich zurück in Deutschland bin. Weil diese Speziealsachen bekommt man in Ghana vielleicht noch in Accra-aber ganz bestimmt nicht in Nalerigu.
Am lustigsten war das Kuchenverzieren, als die Belgier noch da waren. Deren Haushaltshilfe kam nämlich zum lernen zu Baby, die beiden wurden Freundinnen und seither war Clarisse ziemlich oft bei uns. Die beiden sind schon allein total witzig, aber zusammen hat sich das noch einmal mehr als verdoppelt. Wir haben dann immer eine Mischung aus Englisch, Französisch, zwei „Local languages“ und Zeichensprache gesprochen-und ziemlich viel gelacht!! 😉
Babys Rezepte habe ich mir natürlich auch schon alle abgeschrieben und das mit dem Icing bekomme ich auch schon recht gut hin-mn wird also bald auch in Deutschland Babys berühmte Kuchen finden können 😉

Ghana Ferien No. 2

„Was-nächste Woche? Da bin ich nicht da…“ „Oh du hast Ferien? Wo geht’s denn hin?“ „hmm jaa…keine Ahnung…in den Süden?!“ So und so ähnlich sahen Gespräche mit mir aus, bevor ich mich auf den Weg in meine leider letzten Ghanaferien gemacht habe. Ich wusste wirklich nicht genau, wo es hin gehen sollte, zumindest hatte ich keinen genauen Plan (der wahrscheinlich eh nur wieder schiefgegangen wäre), nur ein paar Orte und Ausflugsziele, zu denen ich auf jeden Fall wollte-und wo ich letzten Endes auch überall war.
Los ging’s mal wieder um 4.00 Uhr morgens über Tamale erstmal nach Bimbila, wo ich Jakob und einige andere Freiwillige getroffen habe. Ich hatte länger gebraucht als wir alle gedacht hatten, was vor allem daran lag, dass die Straße gerade im Umbau und deshalb eine nur schwer befahrbare Sandpiste war (ich wurde ich Bimbila mit „boah-bist du braungebrannt!“ begrüßt-naja braungestaubt trifft’s besser…). Obwohl es schon recht spät war und fast schon dunkel wurde haben wir es noch, wie geplant ;), nach Hohoe geschafft und ein Guesthouse gefunden, das noch offen hatte.
Am nächsten Tag ging’s mit dem Taxi ein Stückchen weiter nach Wli, einem Dorf in dessen Nähe Ghanas höchster Wasserfall liegt. Unser Taxifahrer konnte ein bisschen deutsch, aus einem Buch gelernt, und auf unsere Frage, ob sein Radio funktionieren würde meinte er: „Alles kaputt-ist Scheiße“-muss ein lustiges Buch gewesen sein.
Auf dem Weg nach Wli hat es ziemlich geregnet und auch in Wli war es so kalt, dass wir uns ersteinmal mit einer heißen Schokolade aufwärmen mussten. (…bei 25 grad…das wird verdammt kalt in Deutschland…) Dass es so kalt war, war später bei der Wanderung zum Wasserfall aber ganz gut für uns. Wir hatten uns entschieden auch zum oberen Wasserfall zu laufen („nur wer über gute Kondition und festes Schuhwerk verfügt, kann den Weg mit einem Führer wagen“, steht im Reiseführer…jaaaa geeeenau…) und sowohl der Ausblick als auch der Aufstieg waren atemberaubend. Aber spätestens, als wir dann im Wasserfallsee unter dem Wasserfall baden waren, hatte es sich für uns gelohnt.
Wir haben noch einmal in Hohoe übernachtet und sind dann weiter nach Ho, mit Zwischenstation im Affenreservat. Das war eigentlich auch ganz nett, nur die Affen haben statt unseren nur die Bananen der Niederländischen Familie, die bei der Führung dabei war gegessen (was uns ziemlich frustriert hat 😉 ). In Ho hatten wir erst Schwierigkeiten eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, weil irgendein großes Kirchentreffen zeitgleich stattfand. Letzten Endes hat es aber noch geklappt und Abends saßen wir auf den „Dachterasse“ des Hotels und haben über die Stadt und in die Landschaft geschaut. Die war in der Voltaregion noch einmal ganz anders als das, was ich bisher von Ghana kannte: Berge und Wald-Schwarzwald, wie ich meinte…nur ein bisschen heißer und mit Palmen 😉 in der Voltaregion bin ich ach zum ersten Mal seit langem über Berge und auf kurvenreichen Straßen gefahren, statt immer geradeaus, wie bei und im Norden. War schön 🙂
Nach einer kurzen Zeit in Ho bin ich kurzentschlossen mit Maggi zu ihr nach Hause in die die Nähe in Kumasi gefahren. Einmal sind wir noch nach Kumasi reingefahren waren, natürlich, auf dem Centralmarket und haben richtiges Schokoladeneis gegessen, ansonsten waren wir einfach bei ihnen im Dorf und haben die Zeit genossen. Ich war mit im Waisenhaus, in dem die drei (Maggi, Joas und Lucia) arbeiten, durfte mithelfen, Wäsche waschen und Kinder duschen 😉 und bei so netten Leuten konnte man gar nicht anders als sich gleich zuhause zu fühlen!! 🙂
Aufgrund taktisch kluger Planung und der Ghanakarte vorne in meinem Reiseführer, habe ich es auf meinem Weg nach Ashaiman sowohl Kumasi als auch Accra zu umfahren und kam recht schnell dort an-zu Hannah, Claudi und Carsten, die ich vom Zwischenseminar kannte. Die wohnen dort in einer gemütlichen Freiwilligen-WG, in der ich auch ein paar sehr gemütliche Tage verbringen durfte. Das krasseste Erlebnis dort war für mich die Fahrradfahrt durch den Feierabendverkehr von Ashaimen. Autos auf Straßen bin ich aus Nalerigu nicht gewohnt und von denen gab es in Ashaiman eine Menge!! Ashaiman ist sowieso eine ziemliche Großstadt und hängt irgendwie schon fast mit Accra zusammen. Zumindest hatte ich auf meiner Weiterfahrt nicht das Gefühl die Stadt verlassen zu haben, als ich feststellen musste, dass ich schon mitten in Accra war.
Durch Accra bin ich dieses Mal aber nur durchgefahren, weiter nach Capecoast. Am Strand, im Wasser und durch die Stadt spazieren, über Wasser, in die Wellen und nachts in sie Sterne schauen und Cilllen-das waren meine Hauptbeschäftigungen der nächsten zwei Tage. Übernachtet habe ich hier in einem „Freiwilligen-Geheimtipp“, einer sehr billigen und sehr schön gelegenen Unterkunft…mit sehr ungemütlichen Betten…naja man kann eben nicht alles haben…
Wieder viel besser war es dann in Komenda, meiner letzten Station auf meiner Reise. Dort kannte ich auch eine Gruppe von fünf Freiwilligen. Von denen war aber als ich kam einer mit Jakob unterwegs, weshalb mir ein wunderschönes, weiches Bett zur Verfügung hatte 🙂
Allzuviel Schlaf habe ich aber trotzdem erstmal nicht bekommen-gleich früh am nächsten morgen sind wir nämlich in den Kakum Nationalpark gefahren. Das hatte mir Wiebke (eben eine der Freiwilligen) schon beim Zwischenseminar versprochen, dass sie da mit mir hinfährt und der Kakum Nationalpark war eins der Dinge, die ich in Ghana noch unbedingt machen wollte. Dieser Ausflug hat sich auch wirklich gelohnt. Man fährt mit dem Trotro in den Regenwald und läuft dann über Hängebrücken von Baum zu Baum 🙂 ziemlich cool!! und weil wir die Schulklasse und all die anderen Touristen schön vorgelassen hatten, hatten wir das ganze einfach für uns und konnten so lange auf den Brücken stehen wie wir wollten. So Bäume wie dort sucht man in und um Nalerigu wohl vergebens-einen solchen Park hier zu eröffnen wäre als praktisch unmöglich. Tatsächlich gibt es so einen Hängebrücken-Park laut meinem Reiseführer nur viermal auf der ganzen Welt. Die Aktion war also nicht einfach nur cool, sondern auch ziemlich einzigartig!
Und auch wenn ich immer noch der Meinung bin, Nalerigu sei die beste Stadt in ganz Ghana, fiel/fällt es mir doch schwer die Leute in Komenda nicht zu beneiden: sie fahren ein bisschen Trotro und schwupp-sind sie mitten im Regenwald, sie laufen 20 minuten durch ihren Ort und schwupp-sind sie am Meer!!
Dort war ich zum Ferienabschluss auch nocheinmal-wohl zum letzten Mal in Ghana (ich will gar nicht dran denken…) Auf der Rückreise habe ich, auch zu letzten Mal, die Aussicht übers Meer auuf meiner Lieblingsstraße genossen und kam nach 24 Stunden Fahrt erstaunlich Fit in Nalerigu an 😉
…wo seit gestern alle wieder läuft wie immer, im Hospital, im Feeding Center und Zuhause und Ich habe auch vor diese letzte Zeit in Nalerig nocheinmal so richtig zu genießen 🙂 es ist auch schon wieder „kalt“ geworden, sollte also klappen 😉

small smaall

Hier mal eine kleine Lektion Ghana-englich:

ein sehr wichtiges Wort ist „small“ die deutesche Übersetzung „klein“ findet auch gebrauch-zum Beispiel mir „small boy“, so ziemlich das schlimmste wie ich bisher genannt wurde, direkt nach „Mister William“ und „white man“ (ich hab einen Rock an, verdammt)-aber „small“ in ghanaischem Englich ist noch viiiiiel mehr. Es ist, dann auch häufig zu finden als „small small“, die Übersetzung für „ein bisschen“. Hier ein paar Beispiele:
Ich kaufe Mittagessen an der Straßenecke. Die Frau schaut mich an: „you want peper?“ (Mit scharf? 😉 ) „just put smaaall“.
Ich erzähle Joseph von meinen Plänen nach Ouagadougou zu fahren. Seine Reaktion: „Ooooh thats good. But at the border you have to wait long smaaaaall“-welch wahre Worte! Generell muss man egal wo man hinfährt warten….manchmal auch „big big“
Große Begeisterung seitens der Naleriguleute: „Summinga is speaking the mamruli!!“ naja..so mehr oder weniger „bela bela“-small samll halt.
„Baby we are going to the feeding center“ „Ok then small time“-bis bald
Die Kinder im Feeding Center wachsen, die Schuluniformen werden zu klein. Was tun? Neue Kaufen? Denkste! „we go and they make it bigger small“-is klar, ne 😉
Dieses „small small“ hab ich mir mittlerweile ziemlich angewöhnt und wurde auch schon öfterts mehr oder weniger ausgelacht, wenn ich auch mit weißen so rede…aber ich geb zu: am Anfang war ich auch „confused small“ 🙂
Redet man aber von etwas, das nicht nur ein bisschen so ist, sondern ziemlich arg, dann benutzt man ein einfaches „paaaa“ oder ein „pa pa pa“. Zum Beispiel: „the weather is too much paaaa!!“ (es ist viel zu heiß) oder „I like it pa pa pa“ (bezogen auf Essen, Kleider oder was auch immer)
Eine weitere wichtige Vokabel ist „spoil“. Sehr sehr wichtig in verschiedenen Situationen. Essen wird schlecht?-It’s spoiled. Irgendetwas fällt dir runter, zerbricht und geht kaputt?-you spoiled it. Ein Papier ist sinnlos berkritzelt und man kann es nicht mehr benutzen?-spoiled! Der Tisch wackelt und das Glas fällt um?-“see, the water is spoiled now!“
Auch wenn man grad sonst nichts zu sagen hat ein „too“ geht immer. Übersetzung? „ok“
Was mich anfangs ziemlich verwirrt hat, ich mittlerweile aber auch andauernd sage ist ein „I’m coming“ und dann in die entgegengesetzte Richtung weglaufen…und nach einiger Zeit wieder kommen, nachdem man schnell noch was anderes gemacht hat. Das ist mehr ein „lauf nicht weg, bleib genau da sitzen sonst find ich dich nie wieder, ich komm ja auch, nur nicht jetzt, ich muss noch was tun!“ Zwischen dem „go“ und dem „come“ bei „let me go and come“ können folglich auch gut einb, zwei Stunden liegen. Kein Problem.
Und was auch typisch ist (was zumindest Ich mir aber nicht angewöhnt habe;) ) ist „HÖÄ?!“ seeehr
laut als antwort wenn man eine Frage nicht verstanden hatr. Solltet ihr jemals nach Nalerigu kommen steht nicht neben Kate wenn sie von irgendwem eine Anweisung bekommt. Niemlas. Und wenn doch haltet euch die Ohren zu!
Naja so weit so gut. Ich fahr morgen früh noch ein letztes Mal auf Ghana reise („you poeple like travelling paaa!“) und schreib dann erst wieder wenn ich zurück zuhause bin. In diesem Sinne „small time“, machts gut 🙂

„Bagi Bisi“

..Ist Mampruli für „kleine Täschchen“ und kleine Täschchen nähen ist mein Freitags-Schulprojekt. Theoretisch läuft es schon seit Mitte November, angefangen mit ein bisschen Chaos und einer Gruppe, dann kamen aber Exams, Ferien und Zwischenseminar und irgendwie hat sich das alles ein bisschen verlaufen. Vor ein paar Wochen (oder Monaten…?? Keine Ahnung die Zeit vergeht hier gerade rasend schnell-ich weiß es wirklich nicht mehr) läuft es aber wieder total gut. Ich bin an einem Montag durch alle Klassen von vier bis acht gelaufen und habe Werbung gemacht. Das Ergebnis war eine Liste mit 155 Namen, zwei neue Gruppen und viel „But Madame Fili, my name is not there..?!“-jaaa ich hatte euch schon vorgewarnt, dass ich nicht alle auf einmal nehmen kann…aber jetzt sind die ersten schon fertig und die nächsten können nachrücken und ich hoffe, dass der Kunstlehrer, der mir hilft, das nächstes Jahr weiter führt! Viel muss man nämlich nicht machen: Stoffreste kleinschneiden (Die haben wir von der Schwester der Schulleiterin bekommen), den dünnen Stoff zuschneiden, Faden verteilen und die gefühlt 150 000 anderen Kinder, die auch ins Klassenzimmer kommen regelmäßig raus schicken (mit mehr oder weniger Erfolg-naja…)
Es ist zwar auch manchmal anstrengend, vor allem die Diskussionen mit den 150 000 anderen Kindern warum sie nicht alle ins Klassenzimmer kommen sollen, oder die Tatsache, dass ich drei Stunden bei über 40 Grad in einem stickigen Klassenzimmer stehe, aber trotzdem macht es mir total viel Spaß!! Zum einen, weil dieses „verrückte-Stoff-Patchwork-nähen“ total mein Ding ist, zum anderen, weil ich sehe wie sich die Kinder freuen-beim Nähen selbst und noch mehr über ihre fertigen Täschchen 🙂
Und diese Täschchen sind auch echt alle total schön-auch wenn man schon Unterschiede was Alter, Sorgfalt und Nähgeschwindigkeit angeht sehen kann 😉 das geht dann von den total perfektionistischen bis zu den ungeduldigen-aber am Ende sind alle mit ihrem Täschchen zufrieden, und darum geht’s ja 😉
Die ganzen Sachen, also Stoffe, Stoffreste, Scheren, Knöpfe, Nadeln und Faden, habe ich im Schuloffice untergebracht. Das ist ganz ist ganz geschickt, dann muss ich nicht immer hin und her transportieren und kann nichts vergessen (neeeein das wär ja fast nicht typisch) nur sind Rashida (die ist Sekretärin und ziemlich super) und der Headmaster halt doch nicht immer da und manchmal stand ich auch schon vor verschlossener Tür. Aber das ist auch nicht die Welt-mittlerweile kennen mich die meisten Lehrer und wissen was ich brauche, wenn ich mit lehren Händen vom Office zurück komme und sind mir bei der Schlüsselfindung behilflich (ohne die wäre ich definitiv aufgeschmissen). Eine Typische Schlüsselfindung geht dann ungefär so: „Hey-do you know where Rashida is?“ „Noooo is she not here?“ „No it’s closed-do you know if somebody has a key“-weiß gefragt Person dann vielleicht nicht unbedingt, fragt zur Not halt den nächsten. Irgendwann ist dann klar, wer den Schlüssel hat-wenn man Pech hat ist der aber grade auch kurz weg. Halb so wild, den kann man ja auch anrufen und/oder mit dem Motorrad vorbeifahren um den Schlüssel abzuholen 🙂
Von den Kids sind die meisten eh noch irgendwo am spielen, aber irgendwie kennt in dieser Schule jeder jeden (Ziemliche Leistung wie ich finde-ich kannte bis zum Ende nicht meine ganze Stufe…und klein ist die Schule nicht) und wenn ich die Namen der Kinder, die noch fehlen vorlese, flitzen gleich welche los, um sie zu holen!
Jetzt gerade werden wieder Exams geschrieben, nächste Woche ist der „our Day“ (Letzter Schultag) und dann sind Ferien…also wieder eine recht lange nähprojektfreihe Zeit. Aber nach den Ferien geht’s dann wieder los-bis dahin regnet’s vielleicht schon ein bisschen öfters und es ist nicht mehr so heiß..würde die Zeit in den Klassenzimmern deutlich angenehmer machen. Wie die Kinder bei den Temperaturen noch Exems schreiben können ist mir eh ein Rätsel!

Im Mole-Nationalpark

Dass wir irgendwann einmal in den Mole Nationalpark fahren würden war schon von Anfang an klar (Grüße an die Tübinger Lush-Verkäuferin die mal in Tamale gewohnt hat falls einer sie sehen sollte, die hat mir davon erzählt…) Die beste Zeit dafür sei die Trockenzeit, hat man uns hier immer wieder gesagt. Also haben wir geduldig gewartet und gewartet bis es aufhört zu regnen und dann ist die Zeit plötzlich vorbeigeflogen, es hat schon ein paar mal wieder geregnet und wir haben beschlossen schnellst möglichst hinzufahren, damit das Gras nicht wieder zu hoch wächst.
Dank unserem Zwischenseminar kannten wir zwei Freiwillige aus Damongo, einer Stadt ganz in der Nähe vom Mole und wir haben die Gelegenheit genutzt, bei ihnen vorbeizuschauen und nicht das teure Molehotel zu besuchen 😉 (Sehr praktischer Nebeneffekt vom Zwischenseminar: Man kennt Leute im ganzen Land und kommt überall unter-wir hatten auch schon Besuch und nächste Woche wieder!!) Also sind wir um vier Uhr aufgestanden, zur Station gelaufen, erst nach Tamale und dann eben nach Damongo gefahren. Die Straße von Tamale nach Damongo ist die absolut krasseste Straße in Ghana: Ich würd sagen wie deutsche Autobahn aber ich bin schon länger nicht mehr deutsche Autobahn gefahren…jedenfalls eine ziemlich gute Straße. Aus Damongo kommt der derzeitige Präsideent (was vllt mit dem guten Straßenzustand zusammenhängen könnte…) ansonsten ist es eine ganz normale ghanaische Kleinstadt. Wir kamen Nachmittags und konnten noch bei Felix und Svenja im Projekt vorbeischauen-die arbeiten in einer Art Bücherei die aber auch Fußball, Brettspiele und ähnliches im Angebot hat. Ihre Gastfamilie ist auch total nett und die Gastmutter kann auch total gut kochen-das Highlight für uns vier war, als sie uns „Wiener Schnitzel“ gemacht hat!! 🙂 Sie hatte uns gefragt ob wir das kennen und mögen und ob sie uns das machen soll. Wir haben alles bejat und dachten sie macht Witze-aber nein, sie war mal in Österreich und hat uns tatsächlich Schnitzel gekocht, mit Truthahn aus dem Garten 😉
Im Mole Nationalpark selbst war es aber auch super!! Unser deutscher Chauffeur hat uns früh morgens hingefahren und nachdem wir uns mit zwei Engländern und zwei Tschechen zusammengetan haben, war der Preis für die Jeep Safari gar nicht mehr soooo teuer-und los gings. DIE Sensation in Mole sind die Elefanten und ich habe schon von Leuten gehört die fast zwei Stunden erfolglos herumgefahren sind, aber wir hatten ziemliches Glück: Wir waren keine fünf Minuten gefahren, als wir das erste Mal angehalten haben und einem Elefanten gegenüber standen. Ich musste mir immer wieder klar machen „Hey-das ist nicht so, dass irgendwelche Leute den da hingebracht haben, damit du den anschauen kannst, der lebt da!!“ das war schon ziemlich cool 🙂 Elefanten haben wir dann noch ein zwei mal gesehen, erst wieder nur einen und dann noch eine ganze Gruppe. Ansonsten gab es noch verschiedene Antilopen und Warzenschweine immer wieder am Wegrand zu sehen. Was auch ziemlich lustig war, war eine riesige Gruppe von Kumasi-Studenten. Die waren zuerst mit ihrem Bus ein Stück hinter uns und als ankamen war der Elefant schon am weiterlaufen. Man muss sich das also so vorstellen: die eine Hälfte der Gurppe rechts die andere links, dazwischen der Elefant und alle machen Selfies und rufen und jubeln. Naja der Elefant hat wohl den Kopf geschüttelt und ist weitergelaufen, aber ich finde es eigentlich gut, dass von Schulen/Unis/Kirchen Ausflüge zu Zielen wie Mole angeboten werden-weil auf eigene Faust würden wahrscheinlich die wenigsten da vorbeikommen und so gibt es für viele die Möglichkeit.
Nach dieser Safari waren wir alle schon recht kaputt, die Tschechen sind dann noch weiter Jakob und ich haben den Rest des Tages ganz gemütlich mit den Engländern am Hotel verbracht. Das war ein ziemlich ziemlich cooler Nachmittag!! Zum einen waren die zwei einfach nur super zum anderen hat das Molehotel ein weiteres Highlight zu bieten-einen Pool 🙂 🙂 Das war einfach nur der Hammer!!! Meine Begeisterung für einen winzig kleinen Pool ist aus eurer Sicht vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ihr habt Schwimmbäder und lauf nicht tagtäglich Gefahr zu schmelzen und das Meer ist ganz im Süden und ihr seid ganz im Norden…
Wir hatten dann noch einen alles in allem doch ziemlich lustigen Abend in Damongo und am nächsten Tag eine recht lange Fahrt zurück ( mit Verzögerungen durch ein langsames Trotro und Backpulver kaufen in Tamale) aber Hey ich hab echt absolut kein Recht mich zu Beschweren!! Ich mein ich hab einfach mal Elefanten gesehen so richtig und nicht im Zoo und hatte einen Pool-da nimmt man auch eine lange Fahrt durch Hitze Nordghanas in Kauf 😉 !!